“Sport betrieben habe ich schon immer”

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Name: Hartmann Stampfer
Alter: 56 Jahre
Größe: 186 cm
Gewicht: 93 kg
Stand: verheiratet mit Johanna, 2 erwachsene Söhne: Matthias und Lukas
Wohnhaft: Völs am Schlern, Südtirol, Italien, Europa
Beruf: Fernsteuerungs-Techniker bei der Eisenbahn
Hobby: momentan Laufen, neue Länder und Leute kennen lernen und Bergsteigen
Motto: Lebe heute und plane nicht, was in 20 Jahren vielleicht sein wird
Freunde: gibt es einige, wie lange, das ist die Frage
Bekannte: es werden immer mehr
Besonderes: ich laufe jeden Marathon und Ultramarathon nur einmal
Zum Thema Marathon: Startnummer, Medaille, Urkunde u. die Ergebnisliste sollte es schon als Ausbeute geben

Mit 15 Jahren war ich schon mit dem Rennrad allein länderübergreifend unterwegs. Danach in den 80er-Jahren betrieb ich dann aktiv Rennradsport. Dabei habe ich schon mal 10000 km im Jahr herunter gekurbelt. Auch einige Erfolge stellten sich ein: Landes- und Regionalmeister meiner Altersklasse. Vielleicht kommt mein Vagabundendasein aus diesen früheren Jahren.

In den 90er Jahren war dann eher mehr Familienleben angesagt, aber auch wieder Sport aus Spaß: Langlaufen im Winter und Radfahren im Sommer.

Als ich dann im Jahr 2000 meinen ersten schweren Radunfall hatte, begann ich zu laufen. Was am Anfang eher als Alternative zum Radfahren gedacht war, entwickelte langsam zu einer Lebensphilosophie.

Am Anfang waren es eher kürzere Läufe, die ich versuchte, gut und schnell zu bewältigen. Die Distanzen wurden länger und dadurch auch die Trainingseinheiten. Im ersten Jahr stellten sich auch anfangs öfter muskuläre Probleme ein, die auf die Umstellung vom kurbelnden zum laufenden Sportler zeugten.

“Nach einem Jahr wollte ich endlich einen Marathon laufen.”
Heute würde ich sagen 2 Jahre zu früh, aber im Nachhinein ist man immer gescheiter.

War der erste Marathon noch von vielen Unbekannten geprägt und die Euphorie überwiegte, finishte ich halbwegs gut. Die Rechnung folgte aber auf dem Fuß, das heißt auf der Achillessehne. 18 Monate lang war an ein schmerzfreies Laufen nicht zu denken. So konnte nur das nächste Ziel sein, noch einmal einen Marathon zu laufen, einfach nur durchkommen.

Nach diesem Wiedereinstieg wollte ich wieder mal schneller laufen – auf Ansage. Das erzeugte auch Druck und auch viel Trainingsaufwand. Das konnte es aber auch nicht sein. Druck, immer eine gute Leistung zu bieten, hatte ich ja schon in meiner aktiven Rennradzeit, brauchte ich das noch?

Das Marathonlaufen ist an und für sich schon eine Herausforderung. So entwickelte ich neue Ideen: Es zu schaffen, einmal 100 Marathons zu laufen – es sollten alles verschiedene sein – möglichst in jedem Land in Europa zu laufen.

So suchte ich auch verrückte Marathons aus: mit wenigen Teilnehmern – Start um Mitternacht – Marathon im Winter – in der Halle – im Bergwerk – in einem Tunnel – auf Inseln – im Gefängnis – am Strand – Marathons an mehreren Tagen hintereinander – mit einer Mannschaft usw.

Dass sich eine Idee immer weiter entwickelt, dafür sorgt schon die Marathonwelt. So wurde der Marathon mittlerweile zum Anlass neue Städte, Länder aber auch neue Leute kennen zu lernen. Wenn dann noch die Völkerverbindende Komponente dazu kommt umso besser.